5 Tipps für Deine erste Jeans

Jeans nähen, das ist für viele immer noch eine Art Heiliger Gral, an den man sich nicht herantraut. Lange Zeit ging es mir genauso, bis ich mich intensiver mit diesem Thema beschäftigt habe und so endlich diese mentale Hürde übersprungen habe. Und nach meiner Morgan kann ich Euch nur sagen: eine Jeans nähen macht Spaß, ist absolut machbar und keine Hexerei 🙂

Ich hoffe, dass ich Dir mit den Tipps genug Mut und Schwung geben kann, dass Du das Projekt Jeans startest und auch direkt richtig startest:

Tipp 1:

Jeans nähen heißt zu 80 Prozent nichts anderes als gradeaus nähen. Mehr nicht, einfach nur geradeaus und das kann so ziemlich jeder. Ansonsten gibt es einige wenige Rundungen, bzw. leichte Kurven – an den Taschenbeuteln zum Beispiel oder die Schrittnaht. Der Rest ist schlicht grade. Die meisten Taschenschnitte sind komplizierter. Wenn ich an die Kurventasche denke, die ich mir sicher auch noch ein zweites Mal nähen werde… Gut, da werden jetzt einige sagen, bei einer Jeans muss man viele Stofflagen dicken Jeansstoff zusammennähen. Stimmt, aber wenn Deine Nähmaschine das packt, die ist ja der eigentliche Knackpunkt, kriegst Du das auch hin. Und dicke Stofflagen sogar noch mit festen Einlagen und engen Rundungen etc. trauen sich die meisten zu, wenn es um Taschen geht…

Tipp 2:

Seht Euch alles an, was Ihr zum Thema Jeans nähen findet, ganz besonders Sew Alongs oder Videos, in denen verschiedene Techniken gezeigt werden. Schaut Euch diese Sachen nach Möglichkeit an, bevor es tatsächlich ums Nähen geht. So bekommst Du ein Gefühl, wie eine Jeans aufgebaut ist und was mit den jeweiligen Angaben gemeint ist. So hast Du die meisten Schritte schon mal gesehen und wenn Du dann mit dem Projekt anfängst, fühlst Du Dich viel sicherer. Entweder weist Du sofort, wenn Du die Anleitung liest, was man von Dir will oder  Du weist zumindestens, wo Du nachschauen kannst.

Sprich, Du fühlst Dich nicht mehr winzig vor einem vermeintlich riesigen Projekt 🙂

Tipp 3:

Langsam nähen… Klingt banal und hast Du schon zigmal irgendwo gelesen. Aber es ist wirklich hilfreich. Eine Jeans darf auch mehrere Tage dauern.  Mit langsam meine ich wirklich langsam die Nähte nähen. Denn so behältst Du besser die Kontrolle und die Nähte werden gerade. Wichtig, da Du oft mit farbigem und auch dickerem Garn nähst. Aber genauso meint langsam: die Anleitung wirklich genau lesen, mit Bedacht und ordentlich alle notwendigen Teile zusammenstecken und nicht schnell schnell… Sieh die Jeans als eine Art Zen-Projekt 🙂

Und höre immer auf, wenn Du

  • müde oder genervt bist oder
  • unter Zeitdruck bist

Auch wenn Du im Moment gerade nicht weiter weißt, lieber aufhören, eine Pause machen, nochmal in die Sew Alongs schauen und dann weiter machen. Schont ganz enorm Deine Nerven und bewahrt Dich vor Frust 🙂 und auftrennen.

Tipp 4:

Bereite Dein Projekt sehr, sehr sorgfältig und akkurat vor. Das fängt beim Kopieren des Schnittmusters an und geht weiter über das Zuschneiden und Einzeichnen aller Markierungen. Je exakter und sauberer Du arbeitest, desto besser passt nachher alles zusammen, desto einfacher läuft es. Ein Jerseyshirt, das meist nur aus zwei oder vier Teilen besteht, verzeiht auch so manche kleine Schluderei – sollte man natürlich auch hier vermeiden 🙂 – aber eine Jeans verzeiht die nicht. Auch wichtig, immer genau den Fadenlauf kontrollieren.

Tipp 5:

Schaut Euch vorab und auf während des Nähens viele Bilder von Eurem Jeansmodell an, ruhig richtig viele. So bekommst Du ein gutes Gefühl dafür, wo zum Beispiel Absteppungen mit dickem Garn sind oder auch einfach wie die Nähte generell verlaufen, z. B. beim Reißverschluss. Dadurch fühlst Du Dich auch wieder wesentlich sicherer, wenn Du die Anleitung liest. Durch diese Bilder, die Du dadurch im Kopf hast, verstehst Du viele Punkte in der Anleitung viel schneller. Zusätzlich findest Du bei den meisten Bloggern, die bereits Dein Modell genäht haben, nicht nur Bilder, sondern auch Tipps, was wie abgeändert wurde oder an welchen Stellen man etwas mehr aufpassen sollte.

Und jetzt heißt es, ran an die Jeans. Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesen Tipps, die mir auf meinem Weg zu meiner ersten Jeans geholfen haben, die Angst vor diesem tollen Projekt nehmen. Wenn Du jetzt mit den Hufen scharrst, schau unbedingt bei Marina vorbei. Sie startet heute einen Jeans-Sew-Along. Trau Dich, fass Dir ein Herz und wage das Projekt Jeans, es lohnt sich 🙂

Viele liebe Grüße, Brigitte

P. S. Danke an dieser Stelle für die vielen lieben Kommentare zu meiner Morgan-Jeans 🙂 Ich hab mich super darüber gefreut, hab es aber leider nicht geschafft jedem persönlich zu danken. Also: DANKE 🙂 Euch Lieben 🙂

Morgan: Meine allererste Jeans

Es ist vollbracht 🙂 Ich habe meine erste Jeans genäht 🙂 Man, man, man was bin ich stolz.  Darf ich vorstellen, meine Morgan:

Morgansjeans_1 Ja, schon wieder eine 🙂 Denn heute scheint bei MeMadeMittwoch der Tag der Boyfriendjeans zu sein. Ich bin total begeistert und muss sagen, es war wesentlich einfacher als ich mir das vorgestellt habe. Und es wird mit Sicherheit nicht die Letzte sein…

Morgansjeans_3

Aber nun ein paar Infos. Also genäht habe ich die Morganjeans. Diesen Schnitt habe ich mir ganz bewußt ausgesucht, da ich gemütlich weite Beine wollte. Die Ginger zum Beispiel erschien mir immer an den Beinen, besonders an den Waden recht schmal. Dann habe ich das erste Mal mit dickerem Garn gesteppt. Hat so lala funktioniert. Teilweise lief es super, teilweise haben sich Schlingen auf der Rückseite gebildet. Da muss ich mich noch mal genauer mit beschäftigen, hätte wahrscheinlich die Fadenspannung irgendwie anpassen müssen…
Ansonsten alles super. Toll finde ich auch den Verschluss, kein Reißverschluss, sondern Jeansknöpfe. Einfach cool 🙂

Morgansjeans_5

Als Stoff habe ich mir einen relativ leichten grünen Jeansstoff ausgesucht. Die Farbe finde ich absolut genial und sie passt super zu meinen Oberteilen. Da ich sehr reichlich Stoff eingekauft habe, kriege ich wahrscheinlich daraus auch noch einen Rock 🙂 Leider ist es ein leicht stretchiger Jeansstoff, eigentlich soll die Morgan ja aus nichtdehnbarem Stoff genäht werden. Darauf habe ich beim Aussuchen gar nicht geachtet… Geht aber genauso, nur gibt die Hose etwas schneller nach, aber das passt hervorragend zum Stil einer Boyfriend Jeans. Und sie trägt sich echt gut 🙂

Morgansjeans_2

Da ich selbst immer einen unheimlichen Respekt vor dem Thema Jeans hatte, habe ich mir einige Gedanken zu diesem Thema gemacht, die einem Jeansanfänger das Leben vielleicht ein bisschen einfacher machen können und er so schneller mit einer Jeans anfängt. Mir hat das jedenfalls sehr geholfen 🙂 Die Tipps gibt es in den nächsten Tagen.

So und nun darf meine Jeans zu MMM und zur Aktion 12 Letters of Handmade Fashion, schließlich wurde für Juni der Buchstabe B gezogen, B wie Boyfriendjeans 🙂

Viele liebe Grüße, Eure Brigitte